“Man kann nicht nicht kommunizieren”, das hat schon Paul Watzlawick postuliert. Mimik, Gestik, Kleidung können auch ohne Worte Botschaften senden, Informationen über den “Sendenden” geben und etwas beim “Empfangenden” bewegen, auslösen. Wir kommunizieren in der virtuellen und realen Welt, in der Freizeit und im Job, denn wir sind soziale Wesen und arbeiten in einem sozialen Gefüge. Wir brauchen Informationen von Anderen oder geben sie an wieder Andere weiter, um ein Projekt, einen Prozess oder eine Aufgabe voranzubringen, zu gestalten, abzuschließen. Deshalb ist Kommunikation und besonders kommunikative Kompetenz so wichtig.

Kommunizieren wir im Berufsalltag in einer Fremdsprache kommen kulturelle Unterschiede in der Art der Kommunikation, im Umgang mit Kritik, in der Registerwahl und Wissensasymmetrien hinzu. Und das finden wir interessant, insbesondere im Spannungsfeld Medizin und Interkulturalität. Medizinische Sachverhalte in eine verständliche Sprache zu bringen fällt auch deutschen Medizinern nicht immer leicht, wie das Portal Was hab ich? zeigt oder Eckart von Hirschhausen im Faktencheck Gesundheit auf humorvolle Weise illustriert.

Verstehen und Vertrauen sind der Schlüssel zu einer guten Arzt-Patienten-Beziehung und die Kommunikation ist ein wichtiger Bestandteil für den Aufbau von Vertrauen. Als Deutschlehrerinnen arbeiten wir täglich mit Menschen, die an ihren Sprachkompetenzen feilen und kennen typische Fehler im Satzbau oder in der Aussprache.  Aber das ist nicht alles: Wir trainieren verschiedenste kommunikative Situationen und wollen dabei vorallem eins: unsere Lerner sprachlich fit machen für das Leben in Deutschland und für kulturelle Unterschiede zu sensibilisieren. Fachsprache spielt dabei eine immer größere Rolle, denn Arbeit und Sprache gehören für uns zusammen. Deshalb widmen wir uns verstärkt der Vermittlung und Didaktik von medizinischer Fachsprache und möchten unsere Erfahrungen in diesem Blog mit Interessierten teilen.